DOS Leitfaden

Von den Teilnehmern der Newsgroup alt.comp.virus.
(Diese "Sicherheits"-Seiten sind das Resultat einer fortlaufenden Zusammenarbeit.)

Übersetzte Versionen verfügbar: in English, in het Nederlands

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Ein Beitrag von: Frederic Bonroy

Wir hoffen, dass der folgende Text Ihnen hilft, das Grundkonzept von MS-DOS zu verstehen und damit zu arbeiten. Dieses Wissen kann Ihnen helfen, wenn Sie Ihren Computer von einer sauberen Startdiskette aufstarten müssen, um einen Virus zu entfernen.

1. Die Kommandozeile

DOS wird durch eine Kommandozeile gesteuert. Das bedeutet, dass Sie da keine bunten Symbole finden, um mit der Maus drauf zu klicken. Stattdessen müssen Sie dem Computer durch das Eintippen eines Befehls an der Eingabeaufforderung (dem so genannten "DOS-Prompt") direkt sagen, was er tun soll.
Dieser Prompt besteht natürlich nicht aus zufälligen Zeichen. Er besitzt eine bestimmte Struktur und hält für Sie nützliche Informationen bereit. So sieht er zum Beispiel aus, wenn Sie Ihren Computer von einer sauberen Bootdiskette aufgestartet haben:

A:\>_

Der Buchstabe "A" bedeutet das aktuelle Laufwerk, worauf ein Doppelpunkt (":") folgt. Laufwerk A: entspricht Ihrem Disketten-Laufwerk, was unter Windows durchwegs üblich ist. Anschliessßend folgt das aktuelle Verzeichnis (so werden Ordner unter DOS genannt). In unserem Beispiel ist es das so genannte "Root"-Verzeichnis (root: engl. für "Wurzel"), also die oberste Ebene einer Verzeichnis- bzw. Ordner-Struktur. Deshalb sehen Sie nur einen Backslash (\), ohne weiteren Verzeichnis-Namen. Alle anderen Verzeichnisse (Ordner) sind diesem Root-Verzeichnis hierarchisch untergeordnet, verzweigen sich also von dort wie das Astwerk eines Baumes. Das Zeichen > schliessßt die Eingabeaufforderung (den Prompt) ab.

Beachten Sie, dass DOS Ihnen erlaubt, die Gestaltung des Prompts (der Eingabeaufforderung) zu ändern. Dies werden wir hier nicht erläutern, denn in den meisten Fällen wird der Prompt wie eben beschrieben aussehen.

Der folgende ist auch ein gewöhnlicher, gültiger Prompt. Es sollte nicht schwierig sein, herauszufinden, in welchem Verzeichnis wir gerade sind... es ist das Verzeichnis namens TEST auf Laufwerk A:.

A:\TEST>_


2. Befehle eingeben

Wie ich oben erwähnte, sagen Sie dem Computer was er tun soll, indem Sie Befehle am Prompt eintippen und diese Befehle mit der Enter-Taste abschliessßen. Der Computer wird Ihre Eingabe analysieren und ausführen, sofern er den Befehl erkennt. Nehmen wir an, wir geben so etwas Banales ein:

A:\>pizza
Befehl oder Dateiname nicht gefunden.

Offensichtlich ist die Eingabe "pizza" völlig sinnlos. Aber DOS versucht hier hilfreich zu sein und Ihnen mitzuteilen, was falsch ist. Es sagt Ihnen bezüglich Ihrer Eingabe, dass der "Befehl oder Dateiname nicht gefunden" wurde. Dies wiederum macht klar, dass DOS sowohl "Befehle" als auch "Dateinamen" akzeptieren und verarbeiten kann. Doch wo ist der Unterschied?


3. Befehle und Dateinamen

Das Programm, das Ihnen den Prompt anzeigt und Ihnen die Eingabe von Instruktionen erlaubt, ist der so genannte "Kommando-Interpreter". Dieser besteht aus der Datei namens command.com. Ein Befehl ist hauptsächlich eine Instruktion, die durch den Kommando-Interpreter selbst ausgeführt wird. Wenn Sie im Gegensatz zu einem "schlechten" Dateinamen einen "guten" eingeben, startet die Datei und wird ausgeführt. Ein "guter" Dateiname ist jener, den DOS als ausführbar erkennt. Solche ausführbaren Dateien tragen meist Endungen wie .bat, .com oder .exe.


4. Der Befehl "dir"

Sie werden mit Dateien arbeiten müssen, deshalb ist es natürlich nützlich, wenn Sie wissen, was für Dateien sich im aktuellen Verzeichnis befinden. Der Befehl "dir" zeigt eine Liste aller Dateien im aktuellen Ordner an, inklusive weiteren Informationen über diese Dateien. Hier ein Beispiel der Ausgabe nach der Eingabe des Befehls "dir":

A:\>dir

Datenträger in Laufwerk A: hat keine Bezeichnung
Seriennummer des Datenträgers: 1234-5678
Verzeichnis von A:\

TEST           <DIR>        01-01-99  01:02
AUTOEXEC BAT           391  12-05-99  14:40
CONFIG   SYS            63  12-05-99  14:45
HIMEM    SYS        33,447  05-05-99  22:22
EMM386   EXE       126,695  05-05-99  22:22
COMMAND  COM        96,370  05-05-99  22:22
         5 Datei(en)                256,966 Bytes
         1 Verzeichnis(se)          1,200,698 Bytes frei


Die ersten zwei Zeilen, angefangen mit "Datenträger" und "Seriennummer" sind nicht interessant. Die dritte Zeile enthüllt, welcher Verzeichnis-Inhalt gezeigt wird. Anschliessßend folgt der Inhalt des Verzeichnisses. TEST ist ein Verzeichnis innerhalb des Verzeichnisses, in welchem wir uns gerade befinden; also ein "Unterverzeichnis". Das "<DIR>" weist darauf hin. Nun folgt eine Liste von Dateien. Jede Zeile besteht aus dem Dateinamen, seiner Erweiterung (Endung), seiner Größe in Bytes und dem Datum und der Zeit, als die Datei zuletzt verändert wurde. Die letzten beiden Zeilen zu unterst zeigen statistische Informationen über das Verzeichnis.

Beachten Sie, dass Ihnen der Gebrauch des dir-Befehls auf Ihrer Festplatte eine Liste von Dateien und Unterverzeichnissen anzeigen könnten, die so aussehen:

c:\progra~1

Eigentlich handelt es sich in diesem Beispiel um den Ordner "C:\Programme". Anders als Windows, erlaubt DOS keine Datei- oder Verzeichnisnamen, die länger als 12 Zeichen sind (inklusive Punkt und Endung) oder die ein Leerzeichen enthalten. Windows hat die Namen auf eine Weise abgekürzt, dass auch DOS sie anzeigen kann. Zerbrechen Sie sich deswegen nicht den Kopf, denn Windows wird den Namen immer noch korrekt als "C:\Programme" anzeigen. DOS wird seinerseits bei solchen "langen" Dateinamen die ersten 6 Zeichen anzeigen. Falls die ersten 6 Zeichen des Namens mit jenen einer anderen Datei oder eines anderen Verzeichnisses übereinstimmen, wird DOS die Ziffer nach der Tilde ("~") um 1 erhöhen.

Der "dir"-Befehl erlaubt verschiedene weitere Parameter (Schalter). Diese Schalter definieren, auf welche Weise der Befehl ausgeführt werden soll. Wenn zum Beispiel in einem Verzeichnis mehr Dateien enthalten sind, als in die Bildschirmausgabe passen, wird die Ausgabe über den Bildschirm huschen und Sie bekommen nur das untere Ende der Liste mit. Um dies zu vermeiden, können Sie den Schalter "/p" anhängen, der dem dir-Befehl sagt, dass er nach einer Seite anhalten soll. Die nächste Seite wird erst angezeigt, wenn Sie eine Taste drücken, dann die nächste usw.:

A:\>dir /p

Sie können dem Befehl auch den Schalter "/ad" mitgeben. Dies zeigt Ihnen nur Verzeichnisse an, aber keine Dateien. Für eine genauere Erklärung, weshalb dies nur Verzeichnisse anzeigt, lesen Sie bitte das Kapitel 7, "Datei-Attribute".
Beachten Sie, dass es eine Menge weiterer solcher Schalter gibt. Alle DOS-Befehle liefern eine Übersicht der möglichen Schalter, wenn Sie diese mit dem Schalter "/?" aufrufen. Zum Beispiel:

A:\>dir /?



5. Verzeichnisse

5.1 Verzeichnis wechseln

Wenn Sie sich in A:\> befinden und den Inhalt des Unterverzeichnisses TEST anschauen möchten, müssen Sie zuerst in dieses Verzeichnis wechseln. Dies erreichen Sie mit dem "cd"-Befehl ("cd" steht für "change directory", zu Deutsch: Verzeichnis wechseln). Sie müssen danach den gewünschten Verzeichnis-Namen eingeben:

A:\>cd test

A:\TEST>_

Beachten Sie, dass DOS nicht auf Gross- oder Kleinschreibung achtet, deshalb spielt es keine Rolle, welche Kombination von Gross- oder Kleinbuchstaben Sie verwenden. TEST ist deshalb gleichbedeutetnd mit test, was das selbe ist wie tEsT oder TEst, usw.
Sie können nun den dir-Befehl benutzen, um den Inhalt des Verzeichnisses anzuzeigen. Um zum vorherigen (übergeordneten) Verzeichnis zurück zu wechseln, tippen Sie "cd.." ein. Dies wird DOS sagen, in der Verzeichnis-Struktur (Hierarchie) eine Stufe aufwärts zu gehen:

A:\TEST>cd..

A:\>_

Sie können auch den Pfad eines Verzeichnisses angeben, zu dem Sie gelangen möchten. Der Pfad ist der komplette Name eines Verzeichnisses, inklusive Laufwerksbuchstaben:

A:\TEST>cd a:\hello

A:\HELLO>_


5.2 Verzeichnisse erzeugen und löschen

Benutzen Sie den "md"-Befehl ("make directory", zu Deutsch: Verzeichnis erstellen), gefolgt vom gewünschten Verzeichnis-Namen, um ein neues Verzeichnis zu erstellen, zum Beispiel:

A:\>md test

Beachten Sie ein paar Regeln für Namen von Dateien und Verzeichnissen:
  • Sie dürfen nicht mehr als 8 Zeichen enthalten, gefolgt von einem Punkt und einer Erweiterung (Endung) von höchstens 3 Zeichen.
  • Die folgenden Zeichen sind nicht erlaubt, weil sie eine spezielle, andere Bedeutung haben:
    ? * / \ : < > |
  • Die folgenden Dateinamen sind nicht erlaubt, weil sie eine spezielle, andere Bedeutung haben:
    nul, con, prn
  • Und wieder: Groß-/Kleinschreibung ist nicht relevant
Um ein Verzeichnis zu löschen, benutzen Sie den "rd"-Befehl ("remove directory", zu Deutsch: Verzeichnis entfernen):

A:\>rd test

Bitte beachten Sie, dass das Verzeichnis leer sein muss, damit das Löschen funktioniert. Es darf also keine Dateien oder Unterverzeichnisse enthalten! Natürlich können Sie auch keine Verzeichnisse löschen, in denen Sie sich gerade befinden. Darum müssen Sie zuerst in ein anderes Verzeichnis wechseln.

Wollen Sie ein Verzeichnis löschen, inklusive allen enthaltenen Unterverzeichnissen und Dateien, dann benutzen Sie das "deltree"-Programm, welches Sie möglicherweise auf Ihrer Bootdiskette finden könnten (oder auch nicht).

A:\>deltree test

Vorsicht! Das Hilfsprogramm Deltree kann für Ihre Daten extrem gefährlich sein! Es wird Sie nochmals fragen, bevor es den Befehl ausführt, denken Sie am besten zweimal nach, bevor Sie es überhaupt verwenden!



6. Dateiverwaltung

6.1 Dateien löschen

Eine Datei können Sie mit dem "del"-Befehl löschen:

A:\>del letter.txt

Beachten Sie, dass DOS Sie nicht um Bestätigung fragen wird, bevor es den Befehl ausführt und die Datei löscht!

Wenn Sie alle Dateien in einem Verzeichnis löschen wollen, dann benutzen Sie so genannte "Wildcards" (zu Deutsch: Joker-Zeichen, Ersatz-Zeichen):

A:\>del *.*

Dies wird alle Dateien löschen, die sich im aktuellen Verzeichnis befinden. DOS wird Sie einmal um Bestätigung des Befehls bitten, allerdings nur einmal für alle Dateien! Es wird Sie nicht bei jeder einzelnen Datei fragen!
Der Stern (*) steht für eine beliebige und beliebig lange Zeichenfolge; Sie können auch das Fragezeichen (?) verwenden, das nur für ein einziges beliebiges Zeichen steht. Zum Beispiel führt der folgende Befehl dazu, dass alle Dateien, die mit "letter" anfangen, gefolgt von einem beliebigen Zeichen und einer beliebigen Endung gelöscht werden:

A:\>del letter?.*

Beachten Sie, dass die meisten anderen DOS-Befehle solche "Wildcards" ebenfalls erlauben!


6.2 Dateien kopieren

Sie können Dateien mit dem "copy"-Befehl kopieren:

A:\>copy letter.txt c:\document

Der erste Wert ist die Quelle, der zweite ist das Ziel. Wenn Sie das Ziel weglassen, wird DOS annehmen, dass Sie mit dem Ziel das aktuelle Verzeichnis meinen:

A:\>copy a:\test\letter.txt

Dies kopiert die Datei letter.txt vom Verzeichnis A:\test ins aktuelle Verzeichnis, also A:\ .

Möchten Sie eine Datei verschieben (d.h. kopieren und am Ursprungsort löschen), benutzen Sie das "move"-Programm. Es könnte vielleicht auf Ihrer Bootdiskette sein. Beachten Sie, dass Sie dabei immer ein Ziel angeben müssen. Abgesehen davon ist die so genannte Syntax (Format der Befehlseingabe) beim Kopieren und Verschieben die selbe.


6.3 Datei umbenennen

Vielleicht wollen Sie den Namen einer Datei per "ren"-Befehl ändern (ren, Kurzform von rename, zu Deutsch: umbenennen). Beachten Sie, dass es nicht möglich ist, zwei oder mehr Dateien mit dem selben Namen im gleichen Verzeichnis zu haben! Natürlich muss der neue Dateiname den Regeln aus dem Kapitel 5.2 folgen.

A:\>ren oldname.txt newname.txt


6.4 Dateien anzeigen und ändern

Der Befehl "type" erlaubt Ihnen, den Inhalt einer von DOS lesbaren Datei anzuzeigen (z. B. Text-Dateien). Abhängig von der Anzahl Zeilen dieser Datei könnten Sie das selbe Phänomen beobachten wie beim dir-Befehl: Der Bildschirm wird nicht den ganzen Inhalt auf einmal darstellen können. Weil der "type"-Befehl den Schalter "/p" nicht kennt, müssen Sie diesen "type"-Befehl mit dem Befehl "more" kombinieren.
Ich zeige Ihnen die Syntax (Eingabe-Form), aber Sie brauchen nicht zu wissen wie das genau funktioniert, sondern nur dass es funktioniert:

A:\>type autoexec.bat | more

Um den Inhalt einer Text-Datei zu verändern, können Sie den DOS Editor benutzen. Sein Name ist edit.com (tippen Sie "edit" am Prompt ein). Starten Sie diesen einfach einmal; er hat eine Bedien-Oberfläche, die für Sie als Windows-Benutzer keine besonderen Probleme darstellen sollte. Beachten Sie folgendes: Wenn Sie keine Maus haben oder Ihre Bootdiskette keine Maus-Unterstützung anbietet, dann können Sie die Menüs bedienen, indem Sie die "Alt"-Taste drücken. Danach können Sie durch die Menüs mit den Pfeiltasten und Enter navigieren. Um den Menü-Balken zu verlassen, drücken Sie Esc. Wenn Sie Texte markieren wollen, drücken und halten Sie die Shift-Taste und benutzen Sie gleichzeitig die Pfeiltasten.



7. Datei-Attribute

Jede Datei und jedes Verzeichnis hat bestimmte Attribute (Eigenschaften). So können Attribute zum Beispiel bestimmen, ob eine Datei verändert werden darf oder nicht (das "read-only"-Attribut, zu Deutsch: nur lesen). Oder ob es bei der Benutzung des "dir"-Befehls angezeigt werden soll (das "hidden"-Attribut, zu Deutsch: versteckt). Vielleicht ist es eine Systemdatei (mit dem "system"-Attribut). Es gibt auch noch ein "archive"-Attribut, aber dieses ist nur relevant, wenn sie Backups erstellen, worauf wir hier nicht näher eingehen. Zuletzt gibt es noch das "directory"-Attribut (zu Deutsch: Verzeichnis). Dieses bezeichnet - ganz simpel - ein Verzeichnis:

Normale Datei Read-only Hidden System
Angezeigt mit "dir" Ja Ja Nein Nein
Verändern möglich   Ja Nein Ja Ja
Löschen möglich   Ja Nein Nein Nein
Kopieren möglich   Ja Ja Nein Ja
Umbenennen möglich   Ja Ja Nein Ja

Beachten Sie dass das "Nein" hierbei stärker ist als das "Ja". So wird etwa eine read-only-Datei mit dem dir-Befehl noch angezeigt, aber wenn sie zudem noch "hidden" ist, wird sie wegen des Versteckt-Attributs mit dem dir-Befehl nicht mehr angezeigt.

Das "attrib"-Programm erlaubt Ihnen jedoch, diese Attribute anzuzeigen, zu setzen oder zu entfernen. Wenn Sie es ohne Schalter ausführen, zeigt es alle Attribute aller Dateien im aktuellen Verzeichnis an:

C:\test>attrib
  A  S       SYSTEM.TXT
  A   H      HIDDEN.TXT
  A    R     READONLY.TXT
  A  SHR     ALL.TXT
  A          NONE.TXT

Der Buchstabe "A" steht für das "archive"-Attribut, das Sie ignorieren können. Denken Sie hierbei wieder an das Phänomen der durchlaufenden Bildschirm-Anzeige, wenn die Ausgabe auf einer Bildschirmseite nicht Platz hat (Kapitel 6.4). Benutzen Sie hier ebenfalls den "more"-Befehl, falls es zu viele Dateien sind.

Um ein bestimmtes Attribut zu setzen oder zu entfernen, verwenden Sie die Zeichen Plus (+) oder Minus (-), gefolgt vom Attributs-Buchstaben, einem Leerzeichen und dem Dateinamen; oder Sie wenden den Befehl mit Hilfe von Wildcards (Joker-Zeichen) auf mehrere Dateien an:

A:\>attrib +r test.txt

A:\>attrib +h -r letter.txt

A:\>attrib +h -r + s *.dat

Beachten Sie, dass Sie auch dem dir-Befehl Schalter mitliefern können, damit er Ihnen nur Dateien mit bestimmten Attributen anzeigt. Benutzen Sie den Schalter /a, gefolgt von (ohne Leerzeichen) dem gewünschten Attributs-Buchstaben, zum Beispiel:

A:\>dir /ah

Zeigt nur versteckte (hidden) Dateien an.



8. Andere DOS-Befehle

8.1 Pfad

Wenn Sie einen Befehl eingeben, überprüft der Kommando-Interpreter zuerst, ob er den Befehl kennt. Ist dies der Fall, führt er den Befehl aus. Kennt er ihn nicht, sucht er nach einer Datei, deren Name aus Ihrer Eingabe bestehen könnte, gefolgt von der Endung .com (natürlich wird er nicht noch ".com" anfügen, falls Ihre Eingabe schon mit ".com" endete). Ist auch keine solche Datei vorhanden, sucht er nach einer gleichnamigen Datei mit Endung .exe und (noch nicht fündig geworden) nach .bat. Kann er keine Datei finden, zeigt der Kommando-Interpreter die Fehlermeldung "Befehl oder Dateiname nicht gefunden" an. Wenn er hingegen eine solche Datei findet, versucht er sie auszuführen.
Aber wo sucht denn der Kommando-Interpreter nach diesen Dateien? Wenn Sie das Verzeichnis der zu startenden Datei angeben, schaut er, ob die Datei in diesem Verzeichnis existiert. Wenn Sie den Datei-Pfad nicht angeben, sucht er zuerst im aktuellen Verzeichnis und anschliessßend in einer Liste von Verzeichnissen, die als "Pfad" definiert sind. Diese Liste definiert, wo command.com (der Kommando-Interpreter) nach ausführbaren Dateien suchen soll. Sie können diese Information abrufen, indem Sie am DOS-Prompt "path" eintippen:

A:\>path
PATH=A:\;A:\TEST

A:\>

Beachten Sie, dass das erste Verzeichnis das erste ist, das durchsucht wird, anschliessßend das zweite usw.

Sie können diese Pfad-Angabe ändern, indem Sie den "path"-Befehl eingeben, gefolgt von einer Liste von Verzeichnissen, die Sie mit Strichpunkten trennen.
Um ein Verzeichnis dem vorhandenen Pfad anzufügen, benutzen Sie den path-Befehl, gefolgt vom Wort "path", welches Sie mit Prozent-Zeichen umgeben ("%"), gefolgt von einem Strichpunkt und dem gewünschten Verzeichnis:

A:\>path
PATH=A:\;A:\TEST

A:\>path a:\hello

A:\>path
PATH=A:\HELLO

A:\>path %path%;a:\letters

A:\>path
PATH=A:\HELLO;A:\LETTERS

A:\>


8.2 Arbeitsspeicher

Benutzen Sie das "mem"-Programm, um den verfügbaren und freien Arbeitsspeicher anzuzeigen.
mem /c zeigt eine Liste der geladenen Module (Programme) und den von diesen benutzten Arbeitsspeicher.
Benutzen Sie den "/p"-Schalter, damit das mem-Programm nach jeder Seite der Bildschirmausgabe auf Ihren Tastendruck wartet, um eine Seite weiter zu blättern (funktioniert genau wie beim "dir"-Befehl).

Beachten Sie, dass mem ein Programm ist. Es ist nicht sicher, ob Sie dieses auf Ihrer Bootdiskette finden.


8.2 Zeit und Datum

Tippen Sie "time" ein (zu Deutsch: Zeit), um die aktuell auf Ihrem PC eingestellte Zeit anzuzeigen. Sie können daraufhin eine neue Zeit eingeben oder einfach Enter drücken, wenn Sie diesen Wert nicht ändern wollen. Das selbe funktioniert auch mit "date" (in Deutsch: Datum).


8.3 Bildschirmanzeige löschen

Tippen Sie "cls" ein, um den aktuellen Inhalt Ihrer Bildschirmanzeige zu löschen.



9. Config.sys, autoexec.bat, io.sys und msdos.sys

Die zwei Dateien autoexec.bat und config.sys sollten sich auf Ihrer Boot-Disk befinden. Sie dienen speziellen Zwecken.

9.1 Config.sys

Diese Datei lädt bestimmte Geräte-Treiber in den Arbeitsspeicher und kann auch weitere Konfigurations-Informationen für DOS enthalten. Eine Zeile, die mit "device" oder "devicehigh" beginnt, lädt einen Treiber. Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen diesen beiden, aber Sie brauchen sich an dieser Stelle keine Gedanken darüber zu machen. Was unser Projekt betrifft, ist es das gleiche. Im Zweifelsfall benutzen Sie "device".
Zeilen, die mit "REM" beginnen ("remark", zu Deutsch: Bemerkung) sind ein genaueres Augenmerk wert. DOS ignoriert beim Starten alle Zeilen, die mit REM beginnen. Dies erlaubt es Ihnen, vorübergehend einzelne Treiber (Zeilen) zu deaktivieren, ohne die Zeile löschen zu müssen. Damit die Änderungen übernommen werden, müssen Sie den Computer neu starten, weil DOS den Inhalt der Datei config.sys nur beim Aufstarten liest. Natürlich können Sie in dieser Datei auch eigene Kommentarzeilen einfügen, die Sie mit REM (plus Leerzeichen) beginnen.

9.2 Autoexec.bat

Die Datei Autoexec.bat ist eine so genannte "batch"-Datei (batch heissßt in Deutsch: Stapel). Eine Batch-Datei enthält einen Stapel von DOS-Befehlen, die einer nach dem anderen ausgeführt werden. Solche Batch-Dateien können nützlich sein, wenn Sie die selbe Aufgabe öfter ausführen wollen. Die Datei Autoexec.bat wird beim PC-Start ausgeführt. Sie kann das Tastatur-Layout für Ihre Sprach-Region laden, ein bestimmtes Programm ausführen, eine Willkommens-Meldung anzeigen oder ähnliches. Natürlich können Sie die autoexec.bat ebenfalls verändern. Sie kennt ebenfalls die Möglichkeit, durch REM Kommentare einzufügen (siehe oben).

9.3 Io.sys und msdos.sys

Dies sind extrem wichtige System-Dateien. Eigentlich kann man sagen: io.sys ist DOS. Command.com ist nur eine Art Benutzerschnittstelle zur Datei io.sys. Die Datei Msdos.sys ist ebenfalls ein Teil von DOS in älteren DOS-Versionen. In neueren DOS-Versionen ist es eine veränderbare Text-Datei, aber Sie sollten sich mit diesen Dateien nicht aufhalten oder sonstwie beschäftigen. Normalerweise sind sie versteckt (hidden) und dürfen auf keinen Fall gelöscht werden!! Die Dateien müssen sich im Root-Verzeichnis (oberste Ebene) der Start-Disk befinden!

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Updated: June 4, 2001